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27.04.2011

Barrierefrei leben in Berlin

Besuch bei Mobidat - der Datenbank für das barrierefreie Berlin

Noch immer müssen Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen im Alltag viele Hürden überwinden.  Nicht alle Museen sind auf hörbehinderte BesucherInnen eingerichtet und nicht jede oder jeder Blinde kann ohne Probleme in die Oper. Kneipen, Sportstätten oder Arztpraxen sind nicht oftmals nicht mit dem Rollstuhl erreichbar. Und viele öffentliche Einrichtungen halten keine Hilfen für Menschen mit Lernschwierigkeiten vor.
Berlin hat sich früh drum gekümmert, Barrierefreiheit zu erreichen, aber noch viel ist zu tun. Bei den existierenden alltäglichen Problemen von Menschen mit Beeinträchtigung und Behinderungen hilft die Datenbank von Mobidat - barrierefrei leben in Berlin weiter.
In mehr als 30.000 Datensätzen finden sich Angaben zur Barrierefreiheit von Veranstaltungsorten, wie Museen, Kinos, Theater, Sport- und Freizeitstätten oder auch Restaurants und Arztpraxen.  Anhand von Piktogrammen erkennt man schnell, für welche Behinderung oder Beeinträchtigung die Einrichtung geeignet ist. RollstuhlfahrerInnen können die Breite von Türen und Rampen erfragen oder die Ausstattung der Behinderten WC´s und Aufzüge. Sehbehinderte und  Blinde erfahren, ob ein Leitsystem vorhanden ist und  Gehörlose können erfragen, in welchen Einrichtungen Informationen auf Videotext vorhanden sind .
Seit fast 20 Jahren werden diese Angaben erfasst.  1992 baute der Verein Movado e.V.das Projekt auf, seit  2003 betreibt  Albatros die Datenbank .
Der Aufbau und die Pflege der Datenbanken wird vor allem von Menschen betrieben, die im ÖBS beschäftigt. Über 150 ÖBS´lerInnen sind in der gesamten Stadt unterwegs. Sie besuchen öffentliche und private Einrichtungen in der gesamten Stadt, prüfen und vermessen ihre Zugänglichkeit, geben neue Daten ein und pflegen die Datenbank. Auch eine weitere Datenbank für barrierefreie Wohnungen ist schon weit gediehen.
Den ÖBS-Beschäftigten macht ihre Arbeit Spaß. Sie sagen, dass sie dadurch einen neuen  Blick auf die Stadt gewonnen haben, Barrieren erkennen sie sofort. Viele stört es, dass sie sich mit den gehörlosen KollegInnen nicht richtig verständigen können. Sie nehmen jetzt das Angebot wahr, Gebärdensprache zu lernen. Die ÖBS-Beschäftigten kennen ihre Kompetenz und sie wissen wie wichtig ihre Arbeit für diese Stadt ist. Ende des Jahres laufen ihre Stellen aus – ihre Zukunft ist noch ungewiss.