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ÖBS eröffnet neue Perspektiven

Nachbarschaftszentren betonen Langfristigkeit der Beschäftigung

 "Ich kann was - ich bin was wert". Die Arbeit im ÖBS eröffnet den dort Beschäftigten neue Perspektiven. Darüber sind sich die Stadtteilzentren wie das Sprengelhaus im Wedding oder das Nachbarschaftshaus Urbanstraße in Kreuzberg einig. Das hat ihre Selbstevaluation gezeigt, das bestätigen aber auch die Erfahrungen, die beide Einrichtungen in den letzten Jahren mit den ÖBS-Beschäftigten gemacht haben. "Wir konnten unser Angebot ausweiten und die Qualität verbessern", berichtet etwa Hans-Georg Rennert vom Kommunalen Forum im Wedding. Ein webdesigner hat bei ihnen gearbeitet und plötzlich konnte das Sprengelhaus Veranstaltungsflyer produzieren, die eine größere Öffeatlichkeit zur Mitwirkung einlud. Die Folge: mehr Besucherinnen und Besucher - mehr Wirkung der Arbeit im Kiez, mehr gesellschaftlicher Zusammenhalt. "Wir haben auch völlig neue Tätigkeitsfelder erschlossen wie die Umwelterziehung", erzählt Markus Runge vom Nachbarschaftshaus Urbanstraße. Eine ÖBS-Beschäftigte war Spezialistin auf diesem Gebiet und hat es neu in das Programm des Hauses eingeführt. "Das entscheidende bei den ÖBS-Beschäftigungsverhältnissen ist die Langfristigkeit", sagt Claudia Schwarz vom Sprengelhaus. Die begründet Vertrauensverhältnisse und qualifiziert die Arbeit der Nachbarschaftszentren. Das sehen auch die ÖBS-Beschäftigten so, die nach zwei oder drei Jahren ausscheiden mussten, weil ihre Stellen nicht verlängert wurden. 

Und damit sind wir an den traurigen Seiten des Berliner ÖBS: es gibt keine gesicherte Finanzierungsgrundlage. Basis für die Bezahlung der ÖBS-Beschäftigten sind arbeitsmarktpolitische Instrumente des Bundes, die dann mit Landesmitteln auf Tarif-, mindestens aber existenzsichernde Höhe aufgestockt werden. Diese Instrumente wechseln ständig und sind nicht dafür ausgelegt, tatsächlich gesellschaftlich sinnvolle Arbeit zu finanzieren. Die linken Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann und Jutta Krellmann, die mit ihren MitarbeiterInnen Heidi Hinkel, Volker Schneider und Olaf Klenke auf Einladung von Elke Breitenbach Berliner ÖBS-Projekte besuchten, nahmen die Botschaft mit: der Politikwechsel hin zu einer stetigen Finanzierung muss auf Bundesebene erfolgen.