Sozialwerk organisiert Stadtteilarbeit für SeniorInnen, Frauen, junge Alleinerziehende
"Es gibt immer mehr Seniorinnen und Senioren zwischen 66 und 95 Jahren, die zu uns kommen. Und die brauchen Vertrauen und Geborgenheit. ", berichtet Zygmunt K. "Kurzfristige Maßnahmen bekommen den alten Leuten gar nicht", sagt er weiter. "Bis Vertrauensverhältnisse aufgebaut sind, sind z.B. Ein-Euro-Jobber wieder weg. Wenn wir als Personal ständig wechseln, kommen die alten Menschen nicht mehr". Das treibt sie in die gesellschaftliche Isolation. Der ÖBS mit seinen längerfristigen Beschäftigungsverhältnissen öffnet ihnen hingegegen in den Stadtteilzentren, den Treffs und anderen Orten Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe. Das gilt auch für den Frauentreff in der Wuhlheide. "Unsere Besucherinnen brauchen uns", sagt Sylvia D. Das hat sie mit ihren Kolleginnen jetzt auch eindrucksvoll in einem offenen Brief an Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen dargelegt. Die ÖBS-Stellen sind aber auch für die Beschäftigten persönlich wichtig. "Bei einer Nicht-Weiterführung der ÖBS-Stellen fällt man in ein tiefes Loch, aus dem wir schwer herauskommen....Arbeitslosigkeit und die damit verbundene Unsicherheit machen krank und verstärken Selbstzweifel", heißt es in dem offenen Brief. Im Frauentreff Helma in Marzahn-Hellersdorf gehen die ÖBS-Beschäftigten neue Wege. Sie arbeiten gezielt mit sehr jungen alleinerziehenden Müttern, helfen ihnen, ihren Weg zu finden, eine eigenständige Existenz für sich und ihre Kinder aufzubauen. "Wenn unsere ÖBS-Stellen wegfallen, wird das ganze Vertrauen zerstört und die jungen Frauen sind wieder auf sich gestellt", sagen die Beschäftigten.
Und Michael K., der beim Sozialwerk Öffentlichkeitsarbeit macht, ergänzt: "Wenn unsere Stellen weg fallen, bricht hier einiges zusammen". Er organisiert Veranstaltungen zum Bürgerhaushalt, den es in Lichtenberg seit einigen Jahren gibt und leistet damit einen direkten Beitrag, dass das Stadtteilzentrum ein elementarer Bestandteil direkter Demokratie und Beteiligung vor Ort ist.
Doch die Beschäftigten kämpfen nicht nur um ihre Arbeitplätze und die Verlängerung ihrer Stellen. Sie können sich auch freuen. Einer ihrer Kollegen erhielt an seinem letzten Arbeitstag einen neuen Vertrag. Er wird jetzt arbeiten bis er in Rente gehen kann und weiter sinnvolles tun.