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Kinderbetreuung außerhalb der Öffnungszeiten

ÖBS- Projekt bei Frauenzentrum Paula Panke schafft Arbeit für Beschäftigte und NutzerInnen

"Liebes Paula-Panke-Team, seit Anfang 2006 bin ich mit meinem Sohn Philipp bei Ihnen in der "Flexiblen Kinderbetreuung" und ich muss mich für jeden einzelnen Tag bei Ihnen bedanken. In einem Beruf wie meinem mit Schichtdiensten - früh ab 6 Uhr, Spätdienst bis 23 Uhr und Nachdiensten - ist man als allein erziehende Mutter froh und glücklich, wenn einem die Betreuung des Kinders in der Arbeitszeit abgenommen wird... Ohne die Unterstützung von Ihrem Team könnte ich in meinem Job nicht mehr arbeiten und würde sicherlich dann beim Sozialamt an die Tür klopfen müssen". Zuschriften wie die von Nicole Z. hat Paula Panke, das Frauenzentrum in Pankow und Trägerin der flexiblen Kinderbetreuung, viele. Und alle zeigen: Die flexible Kinderbetreuung außerhalb der Kita- und Hortöffnungszeiten ist ein Paradebeispiel für den doppelten Nutzen des ÖBS. Die dort Beschäftigten erhalten eine neue berufliche Perspektive, verrichten nützliche Arbeit, die ihnen Freude macht. Die NutzerInnen, nämlich vorwiegend alleinerziehende Eltern, können ihren Berufen nachgehen, weil sie ihre Kinder gut betreut und versorgt wissen.

Und das funktioniert so: Wenn z.B. eine Straßenbahnfahrerin früh um 4.30 Uhr zum Dienst muss, kommt eine Betreuerin von Paula Panke, weckt das Kind rechtzeitig, bereitet das Frühstück und bringt es dann zur Kita oder schickt es zur Schule. Hat die Straßenbahnfahrerin Spätschicht, holt die Betreuerin das Kind nach der Kita oder dem Hort ab, spielt, liest vor, bereitet das Abendessen und sorgt dafür, dass das Kind rechtzeitig ins Bett kommt.

Die flexible Kinderbetreuung gehört zu den ersten ÖBS-Projekten, die 2006 als Modellversuche an den Start gegangen sind und seitdem geht es Auf und Ab. Derzeit arbeiten elf Frauen in der Kinderbetreuung und eine Teamleiterin. Kathrin Jürschke hat selbst im ÖBS angefangen, ist jetzt aber fest angestellt bei Paula Panke und koordiniert das ganze Projekt - für ein Jahr. Solange hat das Jobcenter Pankow die ÖBS-Stellen bewilligt, und das vor allem deshalb, weil die dort Verantwortlichen wissen, dass ohne diese Stellen auch die NutzerInnen vermutlich in die Arbeitslosigkeit fallen. Dennoch ist die Kurzfristigkeit und die Ungewissheit für das Projekt ein großes Problem. "Wir brauchen endlich eine gesicherte Finanzierung", betont deshalb auch Astrid Landero, Geschäftsführerin von Paula Panke. Sollte es künftig nur noch ganz kurze Bewilligungen geben oder die bereits erfahrenen Frauen keine Chance auf Weiterbeschäftigung mehr haben, schließt sie auch nicht aus, dass Paula Panke das Projekt ganz einstellt. Ein Kampfauftrag für die Politik, für den Bezirk, das Pankower Jobcenter, die Beschäftigten und vor allem die Eltern und Kinder, die auf Paula Pankes Kinderbetreuung angewiesen sind. Die Berliner arbeitsmarktpolitische Sprecherin Elke Breitenbach und die beiden Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann und Jutta Krellmann versprachen bei ihrem erneuten Besuch bei Paula Panke, nach neuen Wegen zu suchen und zu versuchen, dafür auch Mehrheiten in den Parlamenten zu gewinnen.