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"Schade, wenn sie jetzt alleine bleiben"

Nachbarschaftsprojekt von Aussiedlern für Aussiedler bei Kids&Co ausgelaufen

Ein trauriger Besuch bei Kids & Co: Das Nachbarschaftsprojekt von AussiedlerInnen für AussiedlerInnen ist Ende März ausgelaufen, die ÖBS-Beschäftigten hatten ihren vorletzten Arbeitstag. Sie zogen in unserem Gespräch Bilanz: ihrer Arbeit mit den Familien im Kiez, ihrer Arbeit an den umliegenden Schulen und im Zentrum selbst. Sie zogen eine positive Bilanz und blicken doch verzagt in die Zukunft. Ida K. ist gelernte Grundschullehrerin und hat in Russland auch 35 Jahre in ihrem Beruf gearbeitet. Hier darf sie es nicht, aber bei Kids & Co konnte sie ihre Qualifikationen einsetzen, Eltern und Kinder beraten. Eine soziale Bücherstube wurde zu einer Kontaktstelle auch von Eltern untereinander. "Du spürst, dass du gebraucht wirst", springt ihr ihre Kollegin bei, auch sie studierte Grundschullehrerin. Sie hat vorher in einem Schuhgeschäft als Aushilfe gearbeitet und in Ein-Euro-Jobs. 

Marek S. und Arkady M. waren vor allem in den umliegenden Schulen aktiv. Marek S. kommt aus Polen, ist vor acht Jahren nach Berlin gezogen, spricht neben deutsch polnisch und russisch. Er hat schnell Zugang zu den Eltern und Kindern bekommen, die bislang in völliger Isolation in der schule kaum klar kamen mit Sport in der Freizeit, mit Anti-Aggressions-Trainings, mit Beratungen und Übersetzungen für die Eltern. Viele dieser Kinder stammen aus polnischen Roma-Familien. "Es ist völlig unklar, was jetzt aus diesen Kindern wird", sagt Marek S. "Entweder arbeiten wir unentgeltlich ehrenamtlich weiter oder unsere ganze Projekt ist kaputt". Integrationschancen sind dann vertan. Marek S. gibt nicht auf. Er hat parallel zu seiner ÖBS-Tätigkeit Sozialpädagogik studiert und hofft, bald fertig zu werden. Dann will er seine Qualifikationen und seiner Erfahrungen aus der ÖBS-Tätigkeit schnell wieder einsetzen.