Im Haus Babylon organisieren ÖBS'ler interkulturelle Begegnung, den Kampf gegen Rassismus und Bildung für Kinder
Das Puppentheater vom Haus Babylon ist in Berlin bekannt - die Puppen stellen die dort Beschäftigten, viele von ihnen ÖBS'lerInnen, selber her - die Aufführungen sind bei jung und alt beliebt. Die Leseinsel für Kinder findet unterdessen immer mehr Zuspruch. Ganze Schulklassen kommen, lassen sich in angenehmer Atmosphäre bequem nieder und lesen oder beschauen Bücher oder hören einfach zu. Im Moment bearbeiten die Beschäftigten mit den Kindern das Thema Afrika - die Leseinsel lädt jetzt auch ein zu einer virtuellen Rundreise und lässt ein bisschen afrikanisches Flair wach werden.
Dure S. ist Soziologin und Lehrerin. Sie kam vor elf Jahren aus Pakistan. "Die Leute hier wissen nicht viel über Pakistan und die muslimische Kultur", sagt die ÖBS-Beschäftigte. Sie organisiert jetzt den interreligiösen und -kulturellen Dialog, vor allem indem sie gemeinsam mit russisch-stämmigen, deutsch-stämmigen und Angehörigen anderer Herkunft kocht. Unterstützung findet sie dabei von ihren Kolleginnen Olga W. und Nadezhda Z. "Über die unterschiedlichen Essen und Speisen kommen wir uns näher und lernen uns kennen". Ihr Kollege Günter W., studierter Diplom-Ingenieur, der nach der Wende keine Chance mehr in seinem Beruf hatte, organisiert derweil internationalen Jugendaustausch und -begegnung. "50 Jugendliche aus vier Ländern arbeiten hier zusammen", ist er stolz auf seine Arbeit. "Damit leisten wir einen aktiven Beitrag zur Verständigung und arbeiten gegen Rechtsextremismus und Rassismus".
"Ich bin sehr glücklich, dass ich diese Leute habe", sagt der Leiter des Hauses, Mekonnen Shiferaw. "Wir konnten neue Sachen beginnen, unsere interkulturellen Begegnungen vertiefen. Das Haus wird lebendiger". Er arbeitet intensiv dafür, dass die ÖBS-Stellen auch künfig im Haus Babylon bestehen werden