15.06.2012
Perspektiven für Langzeitarbeitslose schaffen und Fachkräfte für Berlin sichern
Berlin ist eine Stadt der Widersprüche. Die Wirtschaft wächst und klagt über einen Mangel an Fachkräften und Auszubildenden. Gleichzeitig hat sich die Langzeiterwerbslosigkeit verfestigt. Trotz insgesamt sinkender Arbeitslosenquoten sind es in Berlin immer noch rund 78.000 und die soziale Spaltung nimmt zu. Arbeitsmarktpolitik in Berlin muss sich deshalb einer doppelten Herausforderung stellen: Bekämpfung des Fachkräftemangels und der Langzeiterwerbslosigkeit!Mehr
3420 Menschen waren Anfang des Jahres noch im ÖBS beschäftigt. Maximal 1466 werden es Ende des Jahres noch sein. Im nächsten Jahr wird es dann kaum noch jemanden geben... Mehr
13.02.2012
Den ÖBS wird es in Berlin nicht mehr geben
Das bestimmt der Koalitionsvertrag von SPD und CDU. Der SPD ist er zu teuer, die CDU wollte ihn nie. Damit wird Berlin und seiner sozialen und kulturellen Infrastruktur viel verloren gehen und die ehemals Langzeitarbeitslosen eine Perspektive für den beruflichen Neuanfang weniger haben. Die ersten Projekte mussten ihre Beschäftigten jetzt verabschieden, so die Projekte Mobidat und die IntegrationslotsInnen in Reinickendorf. Manche der Reinickendorfer Kiezlotsinnen und -lotsen machen z.B. im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes für weitaus weniger Geld weiter, weil ihnen ihre Arbeit wichtig ist. Manche Beschäftigten von Mobidat sind noch ehrenamtlich aktiv, aber Lösungen sind für alle diese Projekte nicht in Sicht. Paula Panke, das Frauenzentrum, das die Kinderbetreeung außerhalb der Kita-Öffnungszeiten organisiert hat, hat den Senat Ende letzten Jahres eindringlich gewarnt, solche Projekte nicht sterben zu lassen. Die Folgewirkungen sind weitaus schlimmer als das Ende der Arbeitsverhältnisse für die Beschäftigten. Doch der rot-schwarze Senat verharrt in Untätigkeit.
Um herauszufinden, wie sich die Abwicklung des ÖBS vollzieht und was für Folgen das für Beschäftigte und die Bezirke hat, haben wir an den Senat und verschiedene Bezirksämter kleine und große Anfragen gestellt. Fragen und Antworten finden sich alle hier.
Wir halten den ÖBS nach wie vor für den richtigen Ansatz, Erwerbslosigkeit nach Hartz-IV-Logik zu überwinden und die soziokulturelle Infrastruktur Berlins zu stärken. Deswegen werden wir auf dieser Internet-Seite regelmäßig über den Fortgang der noch bestehenden ÖBS-Arbeitsplätze berichten und über die verschiedenen Bemühungen, den ÖBS an anderen Stellen wie in Brandenburg einzuführen und hier in Berlin zu retten, was zu retten ist.
Mit dem Berliner öffentlich geförderten Beschäftigungssektor (ÖBS) hat der rot-rote Senat rund 7500 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose geschaffen. Sie verdienen dort nach Tarif bzw. ortsüblich bezahlt, erhalten aber mindestens 1.300,- Euro, also mindestens 7,50 Euro die Stunde. Damit eröffnen sich die Beschäftigten neue berufliche Perspektiven. Zugleich verrichten sie im ÖBS sinnvolle Arbeit, die gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt. Damit ist der ÖBS ein wichtiges Instrument zur Stärkung der sozio-kulturellen Infrastruktur in Berlin, die gesellschaftliche Integration befördert und Ausgrenzung bekämpft.
Der gesellschaftliche Bedarf an gemeinwohlorientierter Arbeit ist in Berlin nach wie vor groß, auch um gesellschaftlicher Ausgrenzung von Berlinerinnen und Berlinern jeglicher Herkunft, Alters, Geschlechts und Gesundheitszustands entgegen zu wirken. Dazu kann der ÖBS einen wichtigen Beitrag leisten. Der ÖBS nutzt einerseits den Langzeitarbeitslosen, die wieder eine Perspektive, eine sinnvolle Arbeit und ökonomische Unabhängigkeit bekommen. Und er nutzt der Stadtgesellschaft, den Kiezen, Einrichtungen, Initiativen, in denen die Maßnahmen stattfinden.
Der Berliner ist ÖBS auf folgende Handlungsfelder konzentriert:
Infos zu den derzeit rund 1000 Projekten im ÖBS finden Sie auf der Homepage OEBS-Berlin und bei der Initiative Kulturarbeit für Berlin.